Hundeerziehung-Grafik-5
Hundeerziehung ohne Stress

mit dem zweifachen Weltmeister Dirk Grünberg
und seinem weißen Schäferhund Zeus


Frage: 

Mein Hund zeigt ein extremes Verhalten, wenn er allein gelassen wird. Ich verstehe auch seine Angst vor dem Verlassenwerden, doch ist er maximal eine Stunde zwei bis drei Mal die Woche allein. Anfangs haben wir ihn ihm Keller gelassen und versucht alle Gefahrenquellen zu eliminieren.

Da er trotzdem alle  "Hürden" genommen hat, um Treppen zu laufen, vor Angst zu pinkeln, zu heulen, zu bellen und komplett außer sich zu sein, haben wir versucht, ihn in eine Hundebox zu setzen. Resultat: Kissen komplett zerfetzt, bellen, heulen u.s.w. Er geht sogar freiwillig in die Box, aber sobald wir das Haus verlassen geht‘s los.

Beim Hund handelt es sich um einen 5 Monate alten Malinois-Mix.
Er war ausgesetzt worden und wir haben ihn vor einem Monat adoptiert.

Ich schreibe dir hier aus Luxemburg und zur Zeit scheint es schwer zu sein, kompetente Personen zu finden, die mir bei diesem Problem helfen können.

Danke im Voraus.

Meine Antwort:

Bei ausgesetzten Hunden hat man oft das Problem, dass sie auf
Alleinelassen werden mit Panik reagieren. Sie haben mit dieser Situation das Schlimmste erlebt, was einem Hund zustoßen kann, nämlich das Rudel zu verlieren.

Seien Sie also in dieser Beziehung besonders behutsam mit ihm. Vielleicht sollten Sie erst einmal versuchen, nur in ein anderes Zimmer zu gehen, alle außer dem Hund. Der soll in seine offene Box gehen und da bleiben. Dann kommen Sie nach einigen Minuten wieder.

Sie müssen aber darauf achten, nur in solchen Momenten zurück zu kehren, wenn er einigermaßen ruhig ist. Und machen Sie kein großes Theater. Der Hund soll merken: Meine Leute gehen, meine Leute kommen wieder. Das ist alles ganz normal.

Dehnen Sie den Zeitraum aus, indem Sie ihn in die offene Box schicken und länger wegbleiben. Bellt er oder ähnliches, sollten Sie ihn streng ermahnen und wieder verschwinden. Normaler Weise würde man den Hund z.B. mit einer Rasselkette beeindrucken, aber da wäre ich in Ihrem Fall erst einmal vorsichtig.

Wenn der Hund dann ruhig bleibt, kann später einer das Haus verlassen, während der andere nur im anderen Zimmer ist. Dann kann man auch schon mal die Boxentür zulassen. Und schließlich gehen irgendwann alle hinaus. Probieren Sie das mal aus.

Übrigens hat man herausgefunden, dass sich der Stress der Hunde nach einer halben Stunde nicht mehr erhöht, sondern langsam abklingt. Sie sollten also versuchen, den Hund schließlich eine halbe Stunde allein in der offenen Hundebox zu lassen. Der Rest sollte dann einfach sein.

Herzliche Grüße nach Luxemburg und viel Erfolg

Dirk

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